Rückblick | Gegenpol 2025: Matthias Bosshart

In einer spannenden Begegnung diskutierten der Künstler Matthias Bosshart und die Kunstwissenschaftlerin Isabel Zürcher am 6.11. über Bossharts Werk Ran (2003). Das Werk entlehnt seinen Titel dem gleichnamigen Kriegsfilm des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa von 1985, der als Mahnmal gegen den Krieg in die Filmgeschichte einging.

Ran verschränkt eindrückliches die beiden Medien Malerei und Film. Die eigentlich statische Bildoberfläche hinterlässt bei längerer Betrachtung den Eindruck von Tempo und Beschleunigung. Was die in den roten Lack eingelassenen Zelluloidstreifen für sich behalten – das Erzählen mit bewegten Bildern –, löst das Grossformat umso mehr in seiner Farbgebung und Komposition wieder ein. Es gibt keinen Stillstand, das Auge eilt von Bahn zu Bahn und nach rechts in die Höhe.

Matthias Bosshart zeigte sich als ein Künstler, der bei aller Bescheidenheit sein Schaffen in einer grossen Tradition der Malerei verortet. Mit Ran stellt er unbedingt auch Fragen an ein langzeitiges „Woher“ und „Wohin“?